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Zwei Länder – eine Wirtschaft

Data publikacji: 2019-06-27 11:59
Ostatnia aktualizacja: 2019-06-27 12:02
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30 Jahre Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Polen und Deutschland haben die Unternehmen beider Länder mehr und mehr von der politischen Konjunktur unabhängig gemacht. Die Firmen kommen immer besser zurecht, weil sie langfristig vorgehen und sich dabei nicht an den gerade vorherrschenden politischen Strömungen zwischen Warschau und Berlin orientieren.

„Polnische Wirtschaft”, dieser Begriff war in Deutschland lange ein Synonym für Chaos, schlechte Verwaltung und mangelnde Effektivität. Durch das ständige Wirtschaftswachstum an der Weichsel in den letzten Jahren haben solche stereotypen Herangehensweisen jedoch an Bedeutung verloren. Die polnischen Erfolge in der Wirtschaft haben die westlichen Nachbarn zur Kenntnis genommen und schätzen sie. Der Handel zwischen den beiden Ländern floriert. 95 Prozent der deutschen Unternehmen, die in Polen investiert haben, würden das noch einmal machen, so lautet die Schlussfolgerung einer diesjährigen Umfrage der Berliner Industrie- und Handelskammer.

Obwohl deutsche Investitionen in Polen dominieren, handelt es sich schon nicht mehr um eine einspurige Verbindung. Immer mehr polnische Firmen investieren in Deutschland, gründen hier ihre Unternehmen. Allein in Berlin sind zur Zeit 9.400 polnische Firmen registriert, und das sind keineswegs mehrheitlich Bauunternehmen oder Reinigungsfirmen. Polen investieren in Deutschland heutzutage fast in jeder Branche und kommen auf diesem anspruchsvollen Markt gut zurecht.

Von einer positiven Image-Veränderung sprachen die Teilnehmer*innen des 8. Netzwerktreffens deutsch-polnischer Unternehmen und die Wirtschaft stützenden Organisationen und Einrichtungen, die unter der Losung „Zwei Länder – eine Wirtschaft” Anfang Juni im Roten Rathaus in Berlin tagten.

„Die Zusammenarbeit mit polnischen Firmen, vor allem in der IT-Branche läuft sehr gut” sagt Adam Formanek, Leiter Internationale Projekte, SIBB-Verband der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin und Brandenburg. „Polnische Firmen sind sehr dynamisch und verfügen über einen technologischen Standard auf Weltniveau.”

Deutsche Unternehmen schätzen an den polnischen deren Elastizität, Offenheit für neue Technologien und die ausgezeichnete Ausbildung der Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen insbesondere auf dem Gebiet der Informatik. In Polen liegen die Kosten für Personal und Beschäftigung immer noch weit niedriger, aber es gibt einen weiteren, ziemlich unerwarteten Vorteil: Schnelligkeit und Erreichbarkeit via Internet und Mobilfunk.

Nach einer Analyse der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) belegt Deutschland hinsichtlich Internet-Geschwindigkeit einen der letzten Plätze. Trotzdem sind hier die Kosten für Dienstleistungen von Internet und Mobilfunk am teuersten in Europa. Für Firmen, die in neue Technologien investieren, ist das eine ernsthafte Einschränkung, die im Zweifelsfall über die Ansiedlungsfrage entscheidet.

„Mangelnde Verfügbarkeit des Mobilfunks in der Provinz, schwaches Internet in den Städten und damit auch fehlender Zugang zu vielen Applikationen, das alles führt dazu, dass die Deutschen noch daran gewöhnt sind, Angelegenheiten in Analog-Version zu erledigen” sagt Formanek. „Genau so arbeitet auch die öffentliche Verwaltung in Deutschland. Die Deutschen können in dieser Hinsicht noch viel von den Polen lernen.” Diese Auffassung wird von Marcin Pogodzik bestätigt, er vertritt die deutsche IT-Firma „iteratec”, die u.a. auch eine Niederlassung in Breslau (Wrocław) hat. „Den Polen fehlt wirklich nicht viel, wenn man sie mit den Deutschen vergleicht” sagt Pogodzik. „Auf jeden Fall verfügen wir noch nicht über solches Kapital wie sie. Manchmal fehlt uns auch der Optimismus der deutschen Unternehmer*innen, die, wenn sie verschiedene Projekte in Angriff nehmen, immer davon überzeugt sind, dass es ihnen mit Sicherheit gelingen wird”.

* * *

Viele Herausforderungen der nächsten Jahre stehen deutschen und polnischen Unternehmen allerdings gleichermaßen bevor. Denn der vielleicht fühlbarste Mangel an Mitarbeiter*innen in fast allen Branchen steht beiden bevor. Zur Zeit beenden die Jahrgänge die Schule, die aus dem demographischen Tief der Umbruchjahre 1990 bis 2000 hervorgegangen sind, während gleichzeitig viele Beschäftigte in Rente gehen. In vielen Berufen findet ein echter Generationswechsel statt, und es ist unklar, wer diese Mitarbeiter*innen ersetzen soll. Schon jetzt kann man die negativen Auswirkungen in den deutsch-polnischen Geschäftsbeziehungen, zum Beispiel in der Textilbranche sehen.

„Sehr viele polnische Textilfirmen schließen mangels Mitarbeiter*innen”, sagt Ake Rudolf, Strategischer Leiter des Internationalen Design Zentrums (IDZ) in Berlin, das seit einigen Jahren die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Bereich von Design und Textilbranche unterstützt. „Es fehlt an Näher*innen, Produktions-Technolog*innen und an Clustern, die die Firmen unterstützen. Viele Familienbetriebe halten den Preisdruck nicht aus und sehen sich gezwungen, ihre Produktionsstätte zu schließen.”

Fehlende Arbeitskräfte, das ist ein Problem, mit dem die Unternehmen auf beiden Seiten der Oder zurecht kommen müssen.

Monika STEFANEK

 

Aus dem Polnischen von Ruth HENNING

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