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Litanei der Deportierten

Litanei der Deportierten
Data publikacji: 2019-01-31 14:11
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Ein Sonntag im Januar machte aus der Kirche des Dominikanerklosters in Stettin einen Ort des Gedenkens an die pommerschen Juden. Auf Befehl des Gauleiters wurden am 13. Februar 1940 mitten im Winter, bei tiefem Frost, jüdische Bürger Pommerns in unbeheizte Viehwaggons verfrachtet und in die im besetzten Polen eingerichteten Ghettos deportiert. Es war im Reich die erste Deportation deutscher Staatsbürger jüdischer Abstammung. Die wenigsten von ihnen überlebten den Holocaust. Der bewegendste Moment des Gedenkens war die symbolische „Litanei der Deportierten”.

Vor dem Altar brannten die Kerzen auf der Menora und alle Namen der Deportierten – Kinder, Alte, ganze Familien – erschienen, unterlegt mit gedämpfter synagogaler Musik, auf einer Leinwand. Andrzej Kotula begann mit der Vortragung der Namen dieser zum Tode Verdammten. Der freie Journalist aus Stettin und Mitbegründer des vor über 20 Jahren gegründeten Polnisch-Deutschen Journalistenklubs „Unter Stereotypen” bemüht sich seit Jahren um die Dokumentation des Schicksals pommerscher Juden.

Die Veranstaltung, an der auch einige der wenigen heute in Stettin lebenden Juden teilnahmen, fand im Rahmen der 22. Polnischen Tage des Judentums statt, organisiert von der Katholischen Kirche. Gäste waren unter anderem der in intellektuellen Kreisen sehr bekannte Direktor des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau, Prof. Paweł Śpiewak und Sławomir Sikora, Pfarrer der Lutheranischen Gemeinde Stettin. Zu Beginn stellten sie die Interpretation des Buches Hosea vor, aus dem das Motto des Tages des Judentums: „Ich komme nicht um zu vernichten” stammt. Pfarrer Sikora erinnerte an das Werk des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffers, der in Pommern in Zingst, bei Stettin und Köslin, wirkte. Bonhoeffer stellte sich aktiv gegen die Nazis, verteidigte die Juden und wurde wenige Tage vor Kriegsende von den Nazis hingerichtet.

Stehend hörten die Anwesenden im Anschluss an die „Litanei der Deportierten” die Verlesung des Gebets Papst Johannes Paul II. für die Juden durch den Prior des Stettiner Dominikanerklosters, Maciej Biskup. Darin heißt es: „Vater Abrahams, Vater der Propheten, Vater Jesu Christi,… Erhöre unsere Gebete, die wir vor dich bringen für das jüdische Volk, … Steh ihm bei, damit es Achtung und Liebe von denen erfährt, die noch nicht das Ausmaß seiner Leiden verstehen, und von denen, die solidarisch, im Bewusstsein gegenseitiger Sorge, den Schmerz und die Wunden des jüdischen Volkes mitfühlen….”.

Eindrucksvoll rezitierte der ehemalige Oppositionelle und heutige Bibliothekar, Theatergruppengründer und Initiator von Poesie-Treffen im Dominikanerkloster Łódź, Włodzimierz Galicki, die Verse der polnischen Dichterin Anna Kamieńska (1920-1986) aus dem Band „Das zweite Glück Hiobs”. Auf der Klarinette begleitete ihn Kinga Chmielewska, Studentin an der Kunsthochschule in Stettin.

Die Ausstellung „Anwesenheit der Abwesenden”, ausgerichtet von der Pommerschen Bibliothek zu Stettin, zeigte fotografischen Portraits der im Februar 1940 deportierten Menschen. Ihre Kennkarten und Fotos blieben im Staatlichen Archiv erhalten.

Veranstaltungen zum 22. Tag des Judentums wurden ebenso in Krakau, Posen, Warschau und Breslau organisiert.

Für den 12.-13. Februar planen die heutigen jüdischen Bürger Stettins am Ort der Stettiner Synagoge, die in der Reichspogromnacht von den Nazis abgebrannt wurde, eine Gedenkzeremonie für die Deportierten des Jahres 1940. 

(p.m.)

Aus dem Polnischen von Mathias ENGER

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