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Zukunft ungewiss

Zukunft ungewiss
Data publikacji: 2017-12-27 22:38
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Der polenmARkT in Greifswald ist das größte Festival polnischer Kultur außerhalb Polens. In den vergangenen 20 Jahren hat er sich nicht nur in der kleinen Hansestadt etabliert, sondern ist zu einem festen Bestandteil in der vorpommerschen, wenn nicht sogar deutschen Kulturlandschaft geworden. Das Festival stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen beiden Nachbarländern dar und ist Magnet für das studentische und einheimische Publikum vor Ort zu werden. Das Programm bot 33 sehr unterschiedliche Veranstaltungen.

Die erste Veranstaltung wurde auf den 12. November gelegt und fiel daher fast auf den in Polen pompös gefeierten polnischen Unabhängigkeitsfeiertag. Zum Auftakt gab es in Greifswald einen musikalisch-literarischen Abend, der ganz im Zeichen des Svantewits stand. Svantewit ist der Name des einst auf Rügen verehrten Hauptgottes der Ranen. Über ein Gedicht von Jadwiga Łuszczewska aus der Epoche der polnischen Romantik wurde ein informativer Abend entwickelt, der Archäologie, Musik, Kunst und Literatur miteinander verband. Das Thema war von regionalem Interesse, weshalb auch viele Zuschauer aus der Stadt und dem Umland in die festliche Aula der Ernst-Moritz-Arndt-Universität kamen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden neben aktuellen archäologischen Forschungsergebnissen auch Opernmusik (durch das Institut für Musikwissenschaften) sowie Dichtkunst präsentiert. Traditionell sind beim polenmARkT auch Greifswalder Studierende beteiligt, insbesondere Studierende der Slawistik. Sie begleiteten und führten unter Leitung von Frau Dr. Marggraff, ebenfalls von der dortigen Slawistik, den Zuschauer durch das vielfältige Programm der Auftaktveranstaltung dieses in Deutschland in dieser Art einzigartigen Kunst- und Kulturfestivals.

Plakate gehören zu Festivals. Jedes Jahr ein neues Plakat – bei zwanzig Jahren macht das zwanzig Plakate. Diese wurden nun noch einmal dem Publikum gezeigt, begleitet von Geigenklängen während der Vernissage.

Einen festen Bestandteil des Marktes bilden auch Vorführungen studentischer Filmprojekte aus Szczecin und Kraków. Diese Veranstaltungen schafften bereits eine gute Einstimmung auf den offiziellen Eröffnungsabend am 16. November. Dort wurde im Rahmen der Gala aus dem „Deutschen Tagebuch” des Ehrengastes Stefan Chwins gelesen. Chwin ist in Deutschland durch Werke wie „Tod in Danzig”, „Die Gouvernante” und „Der goldene Pelikan” bekannt geworden. Chwin gilt als Schriftsteller der polnisch-deutschen Versöhnung und hat Anteil an dem inzwischen sehr guten Verhältnis der Menschen beider Nachbarstaaten. Der rege Austausch ist inzwischen Normalität. Und beim polenmARkT findet auch aktives Marktleben statt. Man kann sagen: Es ist ein lebendiger „Tauschhandel” eines deutsch-polnischen Kulturvölkchens. An diesem Eröffnungsabend bekam der Besucher daher auch zusätzlich noch musikalische Stücke (irische Folkloremusik, osteuropäischer Folk) geboten, denn es trat die Band „Patricks Hat” auf.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Förderpreises für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Der begehrte Preis war in diesem Jahr die Auszeichnung für das Werk des Projektteams um Professor Konrad Meissner (Universitätsklinikum, Anästhesiologie). Der Name des Projekts lautet: „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGriP)”. Hierbei geht es um eine verbesserte Versorgung von Notfallpatienten. Jede Minute zählt bei diesen Einsätzen. Eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit der Rettungsdienste kann weitaus mehr Menschenleben retten.

Natürlich wurde traditionell auch das Theater mit in das Programm des polenmARkTes einbezogen. Es zeigte in diesem Jahr das Stück „Vater”, das die Rolle des Vaters in der Elternschaft thematisiert.

Zu den weiteren Höhepunkten in diesem Jahr gehörten der Auftritt von „Dikanda” und die Darbietungen des „Clubs der polnischen Versager” aus Berlin, die restlos ausverkauft waren.

Aber DAS musikalische Highlight bei diesem polenmARkT 2017 war das Konzert der in Polen sehr bekannten Band „Kroke”. Sie waren bereits im Jahr 2009 in Greifswald, kehrten nun noch einmal zurück und füllten den Theatersaal erneut. Ob sie ein drittes Mal nach Greifswald kommen wird, entscheidet am Ende das Geld. Stiftungen mussten sich nun aus der Finanzierung des Festivals zurückziehen, da sie allein schon rechtlich nicht auf Dauer Gelder zur Verfügung stellen können. Für die Zukunft wird die Finanzierung eine schwierige Aufgabe werden. Das mannigfaltige Programm wird durch ein winziges, aber enthusiastisches Organisationsteam auf die Beine gestellt. Viel Arbeit, vor allem ehrenamtliche Arbeit, steckt im Management einer solchen Veranstaltung. „Nachwuchs” wird dringend benötigt. Aktuell ist ungewiss, ob der polenmARkT auch im Jahr 2018 in dieser Qualität zu erleben sein wird. Selbst die traditionellen Kochabende, die so viel Publikum anziehen, dass die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen, bedeuten organisatorischen Aufwand. Und was würde gekocht? Internationale Parallelen im kulturellen Erbe sind für Europa typisch. Ein Beispiel: In Russland heißen sie Pelmeni, in Polen Pierogi und in Deutschland eben Maultauschen – das ganze bei kleinen aber feinen Unterschieden. Was macht man aus Eiern, Kartoffeln, Mehl, Zwiebeln und Salz? Man macht daraus die in Polen unter dem Namen „Placki” bekannten Reibekuchen. Die Grundbasis kennt man in Deutschland nur zu gut. Die spezifischen „dodatki” oder auch Beilagen machen dann daraus ein typisch polnisches Gericht. Das kann Sauerrahm oder ungarische Soße sein. Die Deutschen kennen das unter dem Namen „Gulasch”, was wiederum kein deutsches Wort ist.

Geschichtsvorträge haben ihren festen Platz im Programm. In diesem Jahr sprach beispielsweise Paweł Migdalski von der Universität Szczecin über den Hetman Stefan Czarniecki. Als Vertreterin der Universität Opole referierte Andrea Rudolph zum „Idealrealismus als neuer Kulturblüte in Schlesien” und ging auf spannende Zusammenhänge nicht nur aus der Novellentradition, sondern auch auf ihre Lehrerfahrungen in Opole ein.

Den feierlichen Abschluss des polenmARkTes im Jahr 2017 bildete das Konzert der Familie Tritt am 26. November in der Aula. Einem an klassischer Musik interessierten Publikum bot sich eine Vorführung von internationalem Format. Die Sopranistin Barbara Tritt ist nicht nur in ihrer Heimat Poznań als Flötistin und Sängerin bekannt geworden, sondern auch durch Konzerte außerhalb Polens bei Kennern der Szene in aller Munde. Gemeinsam mit Szymon und Henryk Tritt verzauberte sie die Anwesenden mit Werken von Wieniawski, Schubert, Moniuszko, Dvořák und natürlich Chopin.

Michael FRITSCHE

Photo. Julia EBERSBACH

Polonistikstudent der Ernst-Moritz Arndt Universität Greifswald

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