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Versöhnliches Erinnern

Versöhnliches Erinnern
Data publikacji: 2019-08-29 13:24
Ostatnia aktualizacja: 2019-09-04 02:59
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Am 1. September jährt sich der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Er ging aus vom totalitären Nazi-Deutschland. Das erste Opfer war Polen.

„Das Jahr 2019 ist für die deutsch-polnischen Beziehungen ein zentrales Erinnerungsjahr”, dieser Satz steht an einem von der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe Anfang Juni beschlossenen Dokument. Im Text werden auch andere für die deutsch-polnischen Beziehungen wichtige Gedenktage in diesem Jahr erwähnt, darunter der 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands und der 30. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin als Öffnung des Wegs zur Vereinigung Deutschlands. Schon die Zusammenstellung dieser Jahrestage in einem Dokument ist charakteristisch und zeigt, wie sehr sich die deutsch-polnischen Beziehungen im Lauf der Jahre verändert haben. Es zeigt auch, dass bei der Entwicklung gemeinsamer Bestrebungen die Erinnerung nicht außer Acht gelassen werden kann.

Am 1. September 2019 treffen sich die Präsidenten Deutschlands und Polen, Andrzej Duda und Frank-Walter Steinmeier, in Wielun zur Feierlichkeit, die an den Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen und den Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnern soll. Das Treffen beginnt um 4 Uhr 37, denn genau um diese Uhrzeit wurde vor 80 Jahren die an der damaligen deutsch-polnischen Grenze gelegene großpolnische Kleinstadt Wielun mit 16.000 Einwohnern zum Opfer des Überfalls. Sie wurde fast vollständig zerstört, 1.200 Menschen sind dabei umgekommen.

Beide Präsidenten nehmen auch an den zentralen Feierlichkeiten in Warschau teil.

Im heutigen Gdańsk wird am 1. September die Erinnerung an Aggression, Krieg und Kriegsopfer auch einen Appell für Frieden und Versöhnung beinhalten. Die Feierlichkeiten beginnen um 4 Uhr 45 auf der Westerplatte. Nachmittags geht es auf dem Platz der Verteidiger des polnischen Postamts weiter und später enden die Feierlichkeiten mit dem abendlichen Konzert „Krieg und Frieden”. Die Versöhnungs-Stiftung, gegründet von einer Gruppe von Christen aus Kielce, organisiert den Marsch des Lebens. Ihre Organisatoren schreiben, dass die Nachfahren der Deutschen, die die Aggressoren waren, nach Gdańsk kommen und um Verzeihung bitten. Mitorganisator des Marsches ist der deutsche Verein Marsch des Lebens e.V.

Am 1. September um 10 Uhr findet im Berliner Dom ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt. Daran nehmen protestantische, katholische und jüdische Geistliche aus Deutschland und Polen teil. Die Feierlichkeit endet mit der Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags zwischen der Berliner Dom Gemeinde und der St. Trinitas Gemeinde in Warschau. Die Ansprache hält Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Am Askanischen Platz in Berlin (am 1.9. um 13 Uhr) organisiert das Deutsche Polen Institut (DPI) aus Darmstadt eine Gedenkfeierlichkeit. Offizielle Delegierte aus Polen und Deutschland und die Initiator*innen der Kampagne zum Bau eines Denkmals in Berlin, das an die polnischen Opfer der deutschen Besetzung Polens in den Jahren 1939 bis 1945 erinnern soll, nehmen teil. Das angestrebte Denkmal geht auf eine deutsche, zivilgesellschaftliche Initiative zurück, die von der Bundesregierung und durch zahlreiche Bundestagsabgeordnete, darunter Wolfgang Schäuble, unterstützt wird. Über die Unterstützung der Idee zum Bau eines Denkmals sprachen die Außenminister von Polen und Deutschland auch während der 75-Jahr-Gedenkfeier an den Warschauer Aufstand. Im Berliner Museum Topographie des Terrors gibt es zur Zeit eine Ausstellung über den Aufstand. Vor einigen Jahren war die Ausstellung schon einmal in Berlin, danach in verschiedenen Städten in Deutschland, zu sehen.

Am 1. September sind in ganz Deutschland und Polen Gedenkveranstaltungen geplant, auch im grenznahen Pasewalk. Um 10 Uhr halten dort in der St. Marienkirche protestantische und katholische Geistliche einen deutsch-polnischen, ökumenischen Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs ab. Danach gibt es einen Schweigemarsch durch die Straßen der Stadt während die Friedensglocke läutet. Die Versammelten gehen zur Trümmerkugel, ein Gedenkstein in Form einer großen Kugel. Dieser Gedenkstein „Phönix” wurde vor Jahren von den grenznahen Partnerstädten Pasewalk und Police gestiftet und von dem Künstler Ernest Daetwyler (Schweizer und Kanadier) projektiert. Phönix wurde aus Trümmern der während des Kriegs zerstörten Häuser beider Städte errichtet. Am Gedenkstein treten Schüler*innen und Zeitzeug*innen auf, eine neue Gedenktafel wird enthüllt, eine weiße Taube wird aufsteigen. Die Gedenkfeier endet mit einem Treffen in der katholischen Gemeinde St. Otto.

Am 2. September (18 Uhr) organisieren das Deutsche Polen Institut (DPI) in Darmstadt und die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) ein Treffen im Berliner Roten Rathaus, auf dem Prof. Zbigniew Kruszewski aus El Paso (Texas) die wichtigste Person ist. Er hat am Warschauer Aufstand teilgenommen, war in Nazi-Lagern interniert, nach dem Krieg war er Aktivist des Polonia Kongresses in den USA, Politologe, Autor der ersten Monografie in den USA über die Oder-Neiße-Grenze (1972). Vorgestellt wird im Roten Rathaus auch das neue Buch „Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939-1945. Eine Leerstelle deutscher Erinnerung?” herausgegeben von Dieter Bingen (DPI) und Simon Lengemann (BpB).

Im Zusammenhang mit dem 80. Jahrestag gibt es zahlreiche Initiativen, die sich an Jugendliche und Kinder richten. Ein an diese adressiertes Buch hat der Verein Zeichen der Hoffnung e.V. veröffentlicht. Der Titel lautet „1939-2019. 80 Jahre sind ein Menschenleben. Kriegskinder – Kriegsenkel”, dabei geht es um die Beziehungen zwischen Kriegskindern, deren Kinder und Enkel.

Das Buch ist eine Mahnung. Durch die Erzählungen von Kriegskindern über ihr Leben spricht es davon, dass der Krieg, der „eines Tages beginnt – nie aufhört”.

Deshalb kommt es darauf an, den Raum für Versöhnung, an dem Polen und Deutsche seit vielen Jahren arbeiten, zu verstärken und zu erweitern. Dabei ist es wichtig, sich gemeinsam zu erinnern und nicht zu vergessen.

Ruth HENNING

Bogdan TWARDOCHLEB

 

 

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