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Spielend Polnisch lernen

Spielend Polnisch lernen
Data publikacji: 2018-06-28 11:31
Ostatnia aktualizacja: 2018-06-28 11:44
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Seit sechs Jahren kooperiere ich mit einer der Berliner VHS. Jeden Freitag und Samstag unterrichte ich Kindern durch Spaß und Spiel die polnische Sprache. Alle stammen sie aus Familien mit mindestens einem polnisch sprachigen Elternteil. Zuvor unterrichtete ich an einer Stettiner Grundschule ebenfalls auch Polnisch. Die Erfahrungen der Arbeit hier und dort sind unvergleichbar.

Vielleicht muss man das System Volkshochschule erklären. Als ich vor Jahren in Deutschland auf diesen Namen traf, versuchte ich ihn zu übersetzen, aber keine polnische Übersetzung trifft auch nur annähernd zu. Es ist eben keine Hochschule für das Volk. In Polen, ältere werden sich erinnern, gab es einmal die Gesellschaft für Allgemeinwissen, ihr oblag die Weiterbildung. Aber seit dem Umbruch wurde praktisch das gesamte Bildungssystem privatisiert.   

Auch in Deutschland fehlt es nicht an privaten Schulen und doch gibt es in jeder Stadt und jedem Stadtteil der Großstädte Volkshochschulen, Einrichtungen zur Weiterbildung mit einem sehr reichhaltigen Programmangebot. Hier findet jeder etwas für sich. Die mir bekannte VHS bietet über 500 unterschiedliche Kurse für Senioren, Jugendliche oder Kinder.

Die finanzielle Verantwortung zur Unterhaltung der nicht kommerziellen VHS liegt bei Kommunen und Landkreisen. Kursteilnehmer entrichten einen geringen Teilnehmerbeitrag, mehr Motivation zur regelmässigen Teilnahme, denn Kostendeckung.

Mit gedruckten Katalogen und auf eigenen Internetseiten bietet jede VHS einen Überblick über ihr gesamtes Kursangebot mit allen Terminen. Man muss nur wählen. Polen und sicherlich ganz besonders polnische Neuzuwanderer in Deutschland interessiert zu aller erst das Angebot an Deutschkursen. Da finden sich Kurse für Anfänger, für Fortgeschrittene oder Kurse die auf ein Zertifikat des Goetheinstituts vorbereiten, aber auch deutsch-polnische Konversationstreffen. Die Kursleiter bei den VHS sind zumeist Lehrer mit langjährigen Erfahrungen.

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Ich unterrichte Kinder in Gruppen von 3 bis 12 Jahren. Begonnen habe ich mit zwei Gruppen mit jeweils sechs Schülern, heute sind es zig Schülerinnen und Schüler. Die Kinder scheinen sichtlich zufrieden mit dem Unterricht, werden sie doch von den Eltern regelmässig gebracht und die Teilnehmerbeiträge werden gezahlt. Die Eltern wünschen, die Kinder sollen die Sprache ihrer Vorfahren kennen lernen, oder mit ihr weiter in Kontakt bleiben.

Für die Kinder ist das nicht immer leicht. Mit Gleichaltrigen im Kindergarten, in der Schule, oder in der Freizeit reden sie zumeist Deutsch. Die Zeit und der Wille der Eltern entscheiden über die Chance Polnisch zu lernen. Die Treffen in der VHS sollen dieses Interesse wach halten.

Nicht ganz einfach ist es auch bei den Kindern Interesse für eine Sprache zu wecken, die sie unter Gleichaltrigen gar nicht sprechen. Wenn sie doch jedes Problem auf Deutsch lösen können, warum dann also Worte lernen die ganz anders klingen? Aber vielleicht motiviert ja die alltägliche Vielsprachigkeit auf Berliner Straßen zur Erlernung einer anderen als deutscher Sprache. Kindergarten und Schule sind für die Kinder zumeist eine Umgebung in der nicht nur Deutsch geredet wird, sondern auch zum Beispiel Türkisch, Englisch, Russisch, Rumänisch und viele andere Sprachen. Wenn also Hasan und Alija geheimnisvoll auf Türkisch reden, warum sollten dann Antek und Zosia nicht dasselbe auf Polnisch tun?

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Berlin besteht aus 3,6 Millionen Einwohnern von denen 30 Prozent eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft tragen. In Polen sind gemischte Ehen und Lebensgemeinschaften eher selten, in Berlin aber Norm.

Und wie sieht es unter den Familien aus, deren Kinder am Polnischunterricht teilnehmen? Nur gelegentlich beobachte ich Familien mit beiden Elternteilen aus Polen. Bei diesen wird wohl, so nehme ich an, auch zuhause polnisch gesprochen, weshalb es die Kinder sicher einfacher haben. Aber ungleich häufiger treffe ich auf gemischte Familien mit deutsch - polnischen, polnisch - slowakischen, polnisch - japanischen, polnisch - ungarischen Eltern und diese Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen. In diesen Familien redet man zumeist deutsch oder englisch und das Kind erlebt polnisch nur im Kontakt mit einem Elternteil.

In den Unterricht gelangen selbst Kinder, die noch vor ein oder zwei Jahren in London oder gar New York gelebt haben. Zumeist brachte die Mobilität unserer modernen Arbeitswelt ihre Eltern hier nach Berlin. Diese Kinder finden sich nun in einer völlig neuen Umgebung wieder, lernen also zu gleichen Teilen Deutsch und Polnisch. Sicher eine zusätzliche Hürde für sie, aber in ihrer Zukunft werden sie zahlreiche Sprachen nutzen können.

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Die polnische Sprache ist in den Volkshochschulen nicht privilegiert. Angeboten werden  Kurse in zig Sprachen, ganz nach Bedarf und der offenen deutschen Gesellschaft entsprechend.  Ungezählt auch die Kurse ganz anderer Fachrichtungen. Der heutige Arbeitsmarkt fordert eine hohe Mobilität weshalb sich Kurse zur beruflichen Weiterbildung, zum Erwerb zusätzlicher Fähigkeiten, zur Erlangung von Zertifikaten, oder gar neuer Berufe finden. Jeder der seine Arbeit verloren hat, der sich verändern möchte kann sich dank der Weiterbildung in der VHS neuen Aufgaben stellen.

Anna LEWANDOWSKA

Aus dem Polnischen von Mathias ENGER

 

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