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Stoewer kehrt nach Stettin zurück

Stoewer kehrt nach Stettin zurück
Data publikacji: 2019-04-25 11:48
Ostatnia aktualizacja: 2019-04-25 12:10
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Sieben Automobile, acht Fahrräder, etwa 90 Näh- und Schreibmaschinen – insgesamt 900 Exponate kommen noch in diesem Jahr ins Museum für Technik und Kommunikation „Zajezdnia Sztuki” in Stettin. Diese einzigartige Kollektion befindet sich nun, nach langen Verhandlungen mit Manfried Bauer, dem deutschen Privatsammler – in dessen Heimatstadt.

Zum ersten Mal kaufen Polen ein gesamtes deutsches Museum, das funktionsfähig ist, ohne Schulden dasteht und sich nicht in Auflösung befindet. „Stoewer kommt nach Hause zurück. Einen besseren Ort auf der Welt zur Ausstellung dieser Marke gibt es nicht. Aus Stettiner Sicht ist diese Sammlung von unschätzbarem Wert”, so Stadtpräsident Piotr Krzystek auf der Pressekonferenz.

Fabrik Stoewer

Die Kollektion hat der in Stettin geborene Manfried Bauer, der im hessischen Wald-Michelbach unweit der französischen Grenze lebt, über viele Jahre gesammelt. Das dem berühmten Stettiner Unternehmer gewidmete Museum gründete er im Jahr 2002. Es liegt an einer Straße, die seit zwölf Jahren den Namen Stoewer-Straße trägt. Dort kann man eine reiche Sammlung von Automobilen, Nähmaschinen und Schreibmaschinen, Fahrrädern, Dokumenten, Fotos und alten Accessoires betrachten. Lokalmedien, unter anderem das Informationsportal „Echo”, berichten häufig über das Museum.

Die von dem in Pyrzyce/Pyritz geborenen Bernhard Stoewer in Stettin im Jahr 1858 gegründete Firma Stoewer reparierte zunächst Nähmaschinen. Dann verwandelte sich die Werkstatt schnell in eine Fabrik. Die dort produzierten Maschinen schnitten im Wettstreit mit den bekannten amerikanischen Singer-Nähmaschinen sehr gut ab. Die Firma vergrößerte sich weiter, produzierte neben Nähmaschinen auch Fräsen, populäre Fahrräder, Schreibmaschinen und Automobile. Das war dann schon das Verdienst der Söhne des Fabrikgründers Bernhard jr. und Emil Stoewer.

Der Prototyp des ersten Automobils der Marke Stoewer fuhr 1899 auf den Straßen Stettins. Im 20. Jahrhundert wurden sie dann in den Werken an der Falkenwalderstraße (heute Allee Wojska Polskiego) produziert. Es handelte sich vor allem um PKWs, aber auch LKWs und Busse, sowohl um elegante Limousinen als auch einfache Autos, die in Krisenzeiten die Aufrechterhaltung der Firmenproduktion sicherten.

Maschine und Limousine

Im „Echo” kann man lesen, dass Manfried Bauer das heimatliche Stettin nach dem Krieg zum ersten Mal im Jahr 1984 besuchte. Dort sei ihm damals die Idee gekommen, sich mehr mit seiner Heimatgeschichte zu beschäftigen – mit der Stadt und insbesondere mit der Geschichte der Stettiner Firma Stoewer. Später besuchte er die Stadt noch mehrere Male.

Auch im Jahr 2013 besuchte er Stettin, als am Haus in der Wielkopolska Straße 32 eine Gedenktafel für Emil Stoewer angebracht wurde, der dort von 1907 bis 1917 gewohnt hatte. Damals begleitete ihn auch Jutta Barckmann aus Hamburg, Enkelin von Bernhard Stoewer jr., begeisterte Anhängerin von Oldtimern und Rallyes mit alten Autos. Die über 70 Jahre alte lächelnde Dame kam mit ihrem Mann im geliebten Stoewer-Cabrio R 150 (weißweinfarben lackiert) angefahren. Das Auto stammt aus dem Jahr 1934.

Vor einigen Jahren kam Manfried Bauer erneut zu Besuch. Auf der Internetseite seines Museums kann man lesen, wie stolz er darauf war, eine in Stettin erhaltene Rarität gekauft zu haben, ein Unikat, eine 1867 bei Stoewer in Stettin produzierte Nähmaschine. Heute gilt sie als eine der ältesten Nähmaschinen in Deutschland.

Das bleibt für immer

Auf Wunsch von Manfried Bauer kauft Stettin nun sein ganzes Museum. Ihm kommt es darauf an, dass seine Kollektion niemals zerstückelt wird, sondern im ganzen an eine Institution geht, die eine ständige Ausstellung der Sammlung garantiert.

„Für uns eröffnen sich viele neue Möglichkeiten. Die Sammlung kommt aus Privathand ins öffentliche Museum und bleibt für immer bei uns”, sagt Stanisław Horoszko, Direktor des Technik- und Verkehrsmuseums „Zajezdnia Sztuki” auf der Pressekonferenz.

Mercedes hat von Stoewer gelernt

Die Gutachter (Dr. Ing. Janusz Peszak und Dr. Ing. Jan Kopeć) schätzen die Technik-Wunder aus den Stettiner Fabriken der Vorkriegszeit und die Erinnerungsobjekte der Familie Stoewer auf 3.280.755 Złoty.

„Im Haushalt Stettins sind dafür 750.000 Euro reserviert. Der Eigentümer ist einverstanden, dass wir die Zahlungen über drei Jahre strecken”, so Präsident Krzystek. „Die ganze Kollektion wird schon dieses Jahr im Sommer eintreffen, sodass wir ab Herbst alle Exponate im Museum bewundern können”.

Piotr Krzystek findet, dass die Stettiner darauf stolz sein können. „In Stettin produzierte Automobile, das ist schon was. Mercedes hat von Stoewer gelernt und BMW produzierte die ersten Fahrzeuge erst über 20 Jahre später”.

Das größte und stattlichste Fahrzeug, das nach Stettin zurückkehrt (übrigens sind alle leistungsfähig, akkurat gepflegt, fast so als kämen sie eben aus der Fabrik) ist die repräsentative Limousine Stoewer Arkona. Sie ist 6 Meter lang und hat drei Sitzreihen, war also durchaus für Paradefahrten von Präsidenten und Premierministern geeignet.

Leider befindet sich das älteste der geretteten Fahrzeuge, ein Stoewer-PKW, in Moskau. Nirgendwo sind LKWs oder Busse der Firma mit dem charakteristischen Firmenkennzeichen – ein pommerscher Greif als Kühlerfigur – erhalten. 1945 wurden alle aus dem Krieg geretteten Fahrzeuge inklusive der jeweiligen Ausstattung aus der Stettiner Fabrik in den Ural verbracht. Später wurden sie dort verschrottet.

Tomasz TOKARZEWSKI

 Aus dem Polnischen von Ruth HENNING

Foto: Cornelia von POSER („Echo“)

Stoewer-Fan und Museumsgründer Manfried Bauer, Anwohner der Stoewerstraße Andreas Kurch mit der Stoewer-Enkelin Jutta Brackmann und ihrem Ehemann Manfred (von links) an einem Stoewer-Cabrio R 150 in Wald-Michelbach. 

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