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Siedlungen der Berliner Moderne

Siedlungen der Berliner Moderne
Data publikacji: 2018-07-26 09:30
Ostatnia aktualizacja: 2018-07-27 11:21
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Diesmal die Reise führt uns bis Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre, als die Moderne Einzug in die Hauptstadt hielt.

In der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 entwickelte sich Berlin zu einer Metropole der Kunst und Kultur. Sie begann, sich auch architektonisch zu entwickeln. Die Weltstadt der Weimarer Republik zählte zu den internationalen Zentren der Avantgarde und vollzog den Aufbruch in die Moderne: zahlreiche einflussreiche Künstler wirkten dort und hinterließen bis heute ihre Spuren.

Eine Schlüsselrolle in der künstlerischen, architektonischen und nicht zuletzt sozialen Bewegung kam der Stadtbaukunst zu. In keinem anderen kreativen Bereich profilierte sich Berlin so sehr wie in der Architektur, durch die Arbeit von Mies van der Rohe, Hans Scharoun, den Brüdern Bruno und Max Taut, Erich Mendelsohn, Peter Behrens, Hans Poelzig, Bruno Paul, Martin Wagner, Richard Ermisch u.a. Sie prägten die Stadt im Sinne einer modernen, internationalen und egalitären Großstadt-Architektur. Hierbei forderten sie schon früh nach Lösungen für den sozialen Städtebau, bedingt durch die Nachkriegsnot. Zwischen 1919 und 1923 entstanden in Berlin etwa 9.000 öffentlich geförderte Mietwohnungen, zwischen 1924 und 1930 nochmal 135.000. Auch für die sozialen Siedlungen suchten die Architekten nach einer neuen, pragmatischen und doch ästhetischen Formsprache, die bis in die heutige Zeit begeistert.

Einen rasanten Aufschwung nahm der Wohnungsbau ab Mitte der zwanziger Jahre, unter dem Stadtbaurat Martin Wagner. Die Architektur jener Zeit wurde nicht nur bereits zu ihrer Entstehung, sondern wird bis in die Gegenwart hochgeschätzt.

2008 wurden sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Als Beispiele einer breit angelegten Reformbewegung haben sie wesentlich zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der damaligen Zeit beigetragen, und wirkten auf Grund ihrer ästhetischen Ausstrahlung weit über Berlin und Deutschland hinaus.

Alle Wohnungen – was damals untypisch und innovativ war – verfügten über Küchen, Badezimmer und Balkone. Die Häuser waren klar und offen angelegt, die Wohnungen nicht so dunkel und kalt, wie es für die Berliner Bauweise des 19. Jahrhunderts mit ihren Hinterhäusern, Seiten- und Querflügeln war. Mit gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereichen, Spielecken für Kinder und grünen Außenanlagen stachen die modernen Siedlungen aus dem üblichen Mietskasernenbau hervor (mit ihrer Mischung aus engen Wohnverhältnissen und allerlei Gewerbe).

Die Berliner Siedlungen gewannen im Diskurs über die Architekturgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts eine ebenso große Bedeutung wie das Bauhaus und die Bauten des „Neuen Frankfurts”, und werden heute als beispielhafte Leistungen der architektonischen und städtebaulichen Moderne angeführt.

Zu den wichtigsten, von der UNESCO gewürdigten, Siedlungen, gehören die folgenden sechs: Gartenstadt Falkenberg, Siedlung Schillerpark, Hufeisensiedlung in Britz, Wohnstadt Carl Legien, Weiße Stadt, Großsiedlung Siemensstadt. Jede der sechs Siedlungen steht für eine andere Etappe in der Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus und zeigt eine große Bandbreite der architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten. Nun stellen wir sie etwas genauer vor.

1. Gartenstadt Falkenberg, entstanden 1913 bis 1916, unter Bruno Taut und Heinrich Tessenow. Die Gartenstadt befindet sich im Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Bohnsdorf, erreichbar mit der S9, Haltestelle Altglienicke. Sie war ein Frühwerk des berühmten Architekten Bruno Taut, der zusammen mit seinem Bruder Max eine neue Ästhetik in das Erscheinungsbild der Hauptstadt hineingebracht hat. Er wandte hier zum ersten Mal kräftige, leuchtende Farben am Außenanstrich an, verzierte die Gebäude mit graphischen Mustern und ließ auch die Türen bunt erstrahlen. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Farbigkeit wurde die Siedlung schon bald von der typischen „Berliner Schnauze” in die „Tuschkasten-Siedlung” umbenannt.

Unter der Leitung des Gartenarchitekten Ludwig Lesser entstand eine ebenso farbenfrohe Außenanlage und es wurden außerdem Kleingärten angelegt. Jede Wohnung verfügte über einen 130 bis sogar 600 Quadratmeter großen Garten, der für die Selbstversorgung angelegt war – gerade für die Zeit nach dem Krieg von wesentlicher Bedeutung. Alle Häuser (es gibt in der Gartensiedlung mehrere unterschiedlich große Häusertypen) zeichnen sich durch einen individuellen leuchtend bunten Farbanstrich wie auch die Verwendung gleicher Baudetails aus: kreuzweise gestrichener Putz, rote Satteldächer, hohe Sprossenfenster, weiße Schornsteine, Pergolen an den Hauseingängen sowie Pflanzenspaliere. All diese fein aufeinander abgestimmten Elemente sind ein Grund dafür, dass die Gartenstadt Falkenberg wegen ihrer Harmonie zwischen Architektur und Natur international gerühmt wird.

2. Siedlung Schillerpark, entstanden 1924 bis 1930, unter Bruno Taut, Hans Hoffmann und Gartenarchitekt Walter Rossow. Sie liegt im Bezirk Mitte, Ortsteil Wedding, zwischen der Bristol Straße, Oxforder Straße, Windsorer Straße, Dubliner Straße u.a. Die Siedlung Schillerpark ist das erste große Wohnprojekt Berlins, das von einer Baugenossenschaft realisiert wurde, und zwar von dem „Berliner Spar- und Bauverein”, der damals ein Vorreiter der Reformbewegung war.

In ihrer äußeren Form unterscheidet sich die Siedlung Schillerpark sehr von der bunten Gartensiedlung. Hier wurden klare Baublöcke angelegt, und die Fassaden mit Ziegeln verkleidet, auch die Formensprache ist viel klarer, geradezu minimalistisch. Doch die für Bruno Taut typische bunte Farbigkeit findet sich in den Innenräumen wieder.

Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe der Beilage „über die grenzen” (30. August 2018).

Paulina SCHULZ-GRUNER

Autorin und Literaturübersetzerin, Stralsund

Siedlung Schillerpark, Bristolstraße

Foto: MARBOT

Gartenstadt Falkenberg, „Tuschkasten-Siedlung“

Foto: WIKIPEDIA

Gartenstadt Falkenberg

Foto: Eduard GAVALIER

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