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Polizei übt den Brückenschlag

Polizei übt den Brückenschlag
Data publikacji: 2018-10-30 11:31
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„Dzien dobre, die Bundespolizei – Fahrzeugkontrolle, ihren Ausweis, Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte.” Mitten im Wald treffe ich auf eine regelrechte Straßensperre. Im Hintergrund zeigt ein deutscher Polizist seinem polnischen Kollegen, wie er schnell und richtig die Nagelsperre auf die Fahrbahn werfen kann. Wer die mit seinem Auto durchfährt, dem geht die Luft aus.

Ich darf sie umfahren und treffe pünktlich um 10 Uhr neben der Kirche im vorpommerschen Hintersee auf die Mobile Pressestelle der Landespolizei MV. Das alles gehört zur Übung, die im Ort bereits vor Wochen angekündigt wurde. 750 Polizisten aus Deutschland und Polen üben für den Ernstfall. Ein wenig erschrocken schauen die deutschen Polizisten doch, als ein Policja-Auto hier auftaucht. „Wo ist Ronny, der kann doch Polnisch?” Aber es war nur das Catering und der Fahrer spricht einige Brocken Deutsch.

Wir, die etwa 10 Vertreter der Öffentlichkeit, werden zusammengerufen. „Um 07.05 Uhr hat es einen Notruf bei der Einsatzzentrale gegeben”, informiert Claudia Tupeit vom Polizeipräsidium Neubrandenburg uns anwesende Journalisten und fährt fort: „Eine Zeugin in Riebnitz-Damgarten beobachtete wie zwei Kinder und eine erwachsene Frau von zwei Männern in einen grauen Transporter gezerrt wurden.” Weiträumige Fahndungsmaßnahmen wurden getroffen und die Bereitschaftspolizei, die Bundespolizei, sowie die polnische Polizei wurden alarmiert. Das Szenario schreibt eine Entführung nach Polen vor.

Also stehen wir in Hintersee, trinken neben der eigens geöffneten Dorfschänke den polizeieigenen Kaffee und warten der Dinge die da kommen mögen. Solche grenzüberschreitenden Entführungen, so hört man, hat es schon mehrfach gegeben. 2016 zum Beispiel eine Entführung aus Löcknitz nach Polen, wo die Täter gefasst werden konnten. Oder 2015, in Wolczkowo wurde eine Schülerin entführt und bei Friedland durch deutsche Polizisten befreit.

Endlich das nächste Briefing der Medien: Das Fahrzeug der Entführer sei kurz vor der Grenze verunfallt. Eine Frau mit Kleinkind seien im Wagen, der Junge und die beiden Täter aber in unterschiedliche Richtungen in den Wald geflohen. Wir dürfen vorrücken bis zur Unfallstelle. Ein Hubschrauber der Landespolizei taucht auf und gleich darauf auch die vielen Wagen der Bereitschaftspolizei. Die nimmt am Straßenrand Aufstellung und langsam zieht die Suchkette, dem Jungen folgend, in den Wald. „Langsamer”, „Abstand halten” – noch ein paar Minuten hört man ihre Kommandos. „Priorität hat die Suche nach dem Jungen,” sagt Polizeisprecherin Kathrin Jähner von der Polizeiinspektion Neubrandenburg, „denn die Sicherheit der Opfer hat Vorrang”.

Noch scheint die ganze Übung rein deutsch zu sein, nur die Bundespolizisten aus Pomellen haben einen polnischen Kollegen aus der gemeinsamen Dienststelle mitgebracht. Aber sie sind hier eher Beobachter der übenden Landespolizei. Das Bild ändert sich, als wir gegen 13 Uhr an die Grenze gelangen. Eine Straßensperre auch auf polnischer Seite. Und dann kommen die polnischen Polizisten. Zuerst vier Berittene, sie teilen sich nach Norden und Süden, reiten den Grenzstreifen entlang. Ein schönes Bild für die anwesenden Fernsehreporter. Es folgen polnische Mannschaftswagen. Die Offiziere aus Deutschland und Polen besprechen sich kurz, mit Hilfe polnischer Dolmetscher, meist niedrigeren Dienstgrades. Wo die Verständigung hakt, greift Robert Baranski, Leiter der Abteilung für internationale Kontakte der Stettiner Polizei, persönlich ein. Dann scheint alles klar und die polnische Hundertschaft fährt nach Deutschland, nimmt Aufstellung und bildet eine Suchkette in südliche Richtung und unter deutschem Kommando.

„Also ich geh ja stark davon aus, dass wir jetzt hier jemand finden sollen…” hört man die deutschen Suchtrupps im Wald aus einem deutschen Funkgerät in der linken Hand eines polnischen Dolmetschers. In der rechten hält er
sein polnisches Funkgerät. Stefanie Peters, Sprecherin der Stralsunder Polizeiinspektion, erklärt mir, die Hardware der beiden Funknetze passe nicht zueinander. Mit der Bundespolizei, deren Hubschrauber inzwischen ebenfalls über uns kreist, gebe es für diesen Einsatz eine gemeinsame Arbeitsfrequenz. Ein dritter Hubschrauber, taucht auf, diesmal ein polnischer. Mehr Interesse bei deutschen Polizisten wecken die beiden polnischen Uniformierten, die ein wenig abseits ihre Drohnen zum Einsatz bringen.

Weiter gehts zum Einsatzzentrum der polnischen Polizei. Hier sind nicht nur Hundeführer und Rettungskräfte angetreten, sondern deutsche und polnische Polizisten. Unter polnischer Leitung geht es jetzt für die deutschen Beamten hinein in den Wald. Über ihr Diensthandy erhält Kathrin Jähner aktuelle Informationen, die sie an die Presse herausgeben darf. „Einer der Täter sei von Spezialkräften nach einem Schusswechsel festgenommen worden und auf dem Weg ins Klinikum”. Ob bei dieser Übung auf einer nahegelegenen Försterei die polnische Antiterroreinheit und das deutsche SEK zusammenarbeiteten bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Wenig später wird auch der Junge gefunden und letztendlich gelingt den polnischen Suchtrupps auch die Festnahme des zweiten Entführers. Gegen 16 Uhr wird die bislang größte grenzübergreifende praktische Polizeiübung für beendet erklärt.

„Dieser Einsatz stellte die Polizeiführung und Einsatzkräfte vor zahlreiche Herausforderungen. So galt es zum Beispiel, die unterschiedlichen Kommunikationskanäle wie Computer oder Funk und vor allem die sprachlichen Barrieren zu überwinden. …Optimierungsbedarfe sollen festgestellt werden, …” heisst es in der abschließenden Pressemitteilung aus Neubrandenburg.

Ähnliches lässt auch Pressesprecherin Alicja Śledziona von der Woiwodschaftspolizei in Stettin verlauten. Sie war den gesamten Tag auf der Übung anwesend. In ihrer Presseerklärung heisst es aber zudem: Die durchgeführte Übung zeigte ….zudem, die Zusammenarbeit mit deutschen Polizisten. In Deutschland gelten andere Rechtsvorschriften…”.

Mathias ENGER

Freier Journalist, Szczecin

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