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Hundert Prozent JA (1)

Hundert Prozent JA (1)
Data publikacji: 2018-04-26 14:19
Ostatnia aktualizacja: 2018-06-28 11:44
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Rekordumsätze im Handel und die stabile Wirtschaftslage ermuntern polnische Unternehmer, sich in Deutschland niederzulassen. In Polen fehlt es jedoch an bekannten Markennamen wie VW in Deutschland oder Skoda in Tschechien.

Im Jahr 2014 gründete Aleksander Ciszek die Firma 3yourmind in Berlin. Danach eröffnete er eine Niederlassung in Wrocław und noch später im berühmten Silicon Valley in den USA. Heute hat die Firma auch Büros in Paris und München und verkauft Soft-Ware-Programme im Bereich der 3D-Technologie auf der ganzen Welt. Unter ihren Klienten sind große Unternehmen wie Siemens oder der britische Autozulieferer GKN.

„Es gibt keine nennenswerten Unterschiede zwischen Polen und Deutschland”, sagt Aleksander Ciszek. „Die Bürokratie funktioniert in beiden Ländern gleich schlecht.”

Polnischen Firmen stehen viele Wege für Investitionen in Deutschland offen. Manche haben nur kleine Handelsbüros, während sie in Polen produzieren. So ist es u.a. bei den Herstellern von Fenstern, die auf dem deutschen Markt durchschlagenden Erfolg erzielten. Damit haben sie sich die deutschen Vertreter der Branche natürlich nicht zu Freunden gemacht. Andere, wie z.B. der Unternehmer Boryszew in Prenzlau, bauen Fabriken auf der deutschen Seite der Grenze auf und beschäftigen Hunderte Mitarbeiter*innen. Immer häufiger übernehmen polnische Firmen auch Anteile an deutschen Unternehmen oder retten unrentable, vor der Pleite stehende Firmen. Dafür hat sich zum Beispiel das Unternehmen Sanplast S.A. entschieden. In Kreuzau in Nordrhein-Westfalen übernahm es das vor dem Bankrott stehende Familienunternehmen Hoesch. Nach erfolgreichem Rettungsprogramm zählt es jetzt unter dem Namen Hoesch-Design zu den größten europäischen Produzenten von Luxusbadewannen. Unter den Klienten gibt es sogar Hollywoodstars.

„Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Polen und Deutschland sind ausgezeichnet”, sagt Volker Treier, stellvertretender Direktor der Industrie- und Handelskammer. „Das gilt auch für die Handelsbeziehungen. Der Umsatz ist rekordverdächtig und erreichte im Jahr 2017 den Wert von 110 Milliarden Euro. Das sind neun Prozent mehr als im Jahr davor.”

Polens Stellung unter den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands verbesserte sich von Platz zwölf im Jahr 2005 auf Platz sieben im vergangenen Jahr. Für Westpolen ist das Nachbarland seit Jahren wichtigster Handelspartner. Trotz sehr guter Konjunktur und wachsender Investitionen polnischer Firmen, kann man aber immer noch sehr große Unterschiede zwischen den beiden Ländern erkennen. Während deutsche Unternehmen in Polen etwa 350.000 Mitarbeiter*innen beschäftigen und jährlich einen Umsatz in Höhe von 70 Milliarden Euro erzielen, arbeiten in polnischen Firmen in Deutschland etwa 10.000 Personen und die Umsätze erzielen 6,5 Milliarden Euro.

In Polen fehlen immer noch mit dem Land verbundene bekannte Markennamen. Der Orlen Konzern besitzt in Deutschland fast 600 Tankstellen, tritt hier aber unter dem Namen Star auf. Auch andere Firmen benutzen gern englische Bezeichnungen, wenn sie nicht unbedingt auf ihre polnische Herkunft verweisen wollen. Auf dem deutschen Markt handelt es sich  mehrheitlich um kleinere oder mittelgroße Dienstleister, nicht um Produktionsunternehmen. Doch schließlich werden vor allem Produkte mit einem konkreten Land assoziiert. Der Mangel an bekannten polnischen Marken hat auch zur Folge, dass die von polnischen Unternehmen in Deutschland hergestellten Waren den Hinweis „Made in Germany” tragen. Der öffnet die Türen zu weiteren internationalen Märkten und eben nicht „Made in Poland”.

Polnische Unternehmer schätzen in Deutschland vor allem die stabile wirtschaftlichen Lage, den Zugang zu guter Infrastruktur, die Arbeitsdisziplin und auch – das verblüfft viele Deutsche – die positiv eingestellten Verwaltungsbehörden, selbst Steuerbehörden. Aus einer Untersuchung der Deutschen Industrie- und Handelskammer geht eindeutig hervor, dass die Unternehmer aus Polen mit der Zusammenarbeit zufrieden sind. Auf die Frage, ob sie erneut in Deutschland investieren würden, antworteten 100 Prozent mit Ja.

Monika STEFANEK

Freie Journalistin, Stettinerin, lebt in Berlin

Aus dem Polnischen von Ruth HENNING

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