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Gemeinsames Erbe – gemeinsame Zukunft

Gemeinsames Erbe – gemeinsame Zukunft
Data publikacji: 2019-11-14 11:26
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– Ich nehme diesen ehrenvollen Preis nicht als Person entgegen, sondern als Leiter eines Teams ungewöhnlich engagierter Menschen beiderseits der Grenze – sagte Dr. Uwe Schröder, Leiter des Pommerschen Museums in Greifswald, in seiner Dankesrede bei der Verleihung des deutsch-polnischen Preises Pomerania Nostra in der Stettiner Philharmonie. Die Ehrung erfolgte am 22. Oktober im Rahmen der Auftaktveranstaltung der III. Deutsch-Polnischen Kooperationstage der Stadt Stettin.

Seit 2003 werden Personen geehrt, die sich besonders um die deutsch-polnische Region Pommern verdient gemacht haben. Stifter des Preises sind die pommerschen Städte und Universitäten Greifswald und Stettin, sowie die Redaktion des „Kurier Szczeciński”. Das Preiskomitee aus dem Stadtpräsidenten Stettins, dem Oberbürgermeister Greifswalds, den Rektoren der beiden Universitäten und dem Chefredakteur des „Kurier Szczeciński” ehrt alle zwei Jahre wechselnd in Greifswald und Stettin einen Preisträger.

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Erster Preisträger war Prof. Berthold Beitz, geborener Pommer, langjähriger Lenker der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Mitbegründer deutsch-polnischer und deutsch-israelischer Versöhnung, Mäzen Pommerns und erster Deutscher Träger des Ehrentitels „Gerechter unter den Völkern”.

Weitere Preisträger sind: Prof. Krzysztof Skubiszewski, polnischer Außenminister und Mitautor des politischen und rechtlichen Fundaments deutsch-polnischer guter Nachbarschaft nach 1990; die Professoren Janina Jankowska und Michael Succow, die gemeinsam den deutsch-polnischen Internationalpark Unteres Odertal schufen; der Archäologe Prof. Władysław Filipowiak; der Verein polenmARkT, für das jährliche Festival polnischer Kultur in Greifswald; Prof. Eugeniusz Kus, Initiator vielfältiger kultureller, besonders musikalischer, Ereignisse in Pommern; Prof. Norbert Hosten für die Gründung des Telemedizinischen Netzwerks der Euroregion Pomerania; Prof. Anna Wolff-Powęska, für ihre Verdienste bei der Versöhnung und Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen.

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Die Idee eines Pommerschen Museums in Greifswald nahm mit dem Fall der Berliner Mauer Gestalt an. Uwe Schröder war ihr von Anfang an verbunden. Er war Mitbegründer der Stiftung, Organisator des Museums und dessen Wissenschafts- und Ausstellungsprogramms. Er entwickelte die Konzeption zur Ausstellung über die historische Region Herzogtum Pommern, eines Staates mit slawischen Wurzeln an der Nahtstelle deutscher, polnischer und skandinavischer Einflüsse. Dieser Staat bestand für fast 500 Jahre bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Rechtlich dem deutschen Kaiserreich verbunden, erstreckte er sich im Westen von Damgarten an der Recknitz bis zum polnischen Lehen Lauenburger Land im Osten. Der Westfälische Frieden (1648) löste den Staat auf und teilte ihn zwischen Schweden und Brandenburg auf, wenngleich sein Territorium bis 1815 formal zum Kaiserreich gehörte. 1720 fand sich der östliche Teil, Hinterpommern mit der Hauptstadt Stettin, im Königreich Preussen wieder, während Vorpommern, mit der Universitätsstadt Greifswald weiter der schwedischen Krone unterstand. 

Mit Ende der napoleonischen Kriege 1815 wurden beide Teile zur Provinz Pommern in Preussen und später im Deutschen Reich. In den Abkommen von Jalta und Potsdam wurde nach dem 2. Weltkrieg eine neue Staatsgrenze durch das ehemalige Herzogtum Pommern beschlossen. Sie teilt das frühere Hinterpommern, nun als Westpommern, dem Staat Polen zu und vom bei Deutschland verbliebenen Vorpommern ab. Zeugnisse jahrhundertelanger Einheit der Region, wie das Wappen mit dem Greifen, überlebten nicht nur in Archiven und Museen, sondern finden sich bis heute in der lebendigen Kulturlandschaft.

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Das Pommersche Museum wurde im Jahre 2000 eröffnet. Zugänglich war zuerst die Gemäldegalerie mit Werken zahlreicher pommerscher Künstler, darunter dem Meister der europäischen Romantik, Caspar David Friedrich, von denen viele zuvor in Stettin hingen. In den Folgejahren wurden weitere Objekte des Museums ausgestellt. Die ständige Ausstellung, deren Konzeption Dr. Schröder gemeinsam mit deutschen, polnischen und skandinavischen Pommern-Experten erarbeitete, präsentiert in vielen Teilen die Frühgeschichte des Herzogtums Pommern, sein Schicksal und seine Kultur unter den Greifenherzögen, im Dreißigjährigen Krieg bis zur Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert. Noch wartet der letzte, gemeinsam von Wissenschaftlern aus Polen und Deutschland erarbeitete Teil über das 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart auf seine Eröffnung.

„Unser Preisträger hat es geschafft, ein Pommersches Museum zu errichten, dessen Sammlungen und Aktivitäten nicht nur für Deutsche, sondern auch für die Menschen im polnischen Teil Pommerns große Bedeutung haben.

Dank dessen lauschen wir weiter der gemeinsamen Geschichte über die Vergangenheit einer Landschaft beiderseits der Oder, einer Landschaft mit einer langen Historie, die jahrhundertelang unter der Krone der Greifen vereint war”, sagte in seiner Laudatio der Direktor des Archäologisch-Historischen Museums Stargard, Prof. Marcin Majewski. Er unterstrich, es sei Dr. Schröders Verdienst Vertreter der Botschaften Polens und Schwedens in den Rat des Museums berufen und deutsche, polnische und schwedische Wissenschaftler im wissenschaftlichen Beirat zusammengebracht zu haben.

Prof. Majewski hob hervor, Dr. Schröder habe ein modernes, der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit offen stehendes Museum geschaffen,das mit Audioguides auch in Polnisch und Schwedisch zugleich besucherfreundlich sei. Dem Preisträger wünschte er „viel Ausdauer in der Gestaltung des Bildes der pommerschen Vergangenheit (…) unseres gemeinsamen Pommerns – Pomeraniae nostrae”.

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Das Pommersche Museum kooperiert mit dem Nationalmuseum in Stettin, den Museen in Stargard und Kolberg und weiteren pommerschen Kultureinrichtungen. Am Tag der Preisverleihung präsentierten die Direktoren der Museen in Greifswald und Stettin, Uwe Schröder und Lech Karwowski, auf einer Pressekonferenz ein weiteres gemeinsames Projekt. Unter dem Titel „Gemeinsames Erbe – gemeinsame Zukunft”, unterstützt aus Mitteln des Interreg Programms, sollen bis 2021 die Ausstellungen in beiden Häusern mehrsprachig und multimedial, modifiziert, erneuert und erweitert werden und die Geschicke Pommerns zeigen.

„Ich bin stolz darauf, dass Pommersche Museum führen zu dürfen”, sagte Dr. Schröder in seiner Dankesrede. Das Museum entstand, als vor 30 Jahren die Mauer fiel, die Europa trennte. Die Zusammenarbeit deutscher und polnischer Historiker und Museumsfachleute aber habe schon viel früher begonnen und werde weiter fortgesetzt. „Wir leben in der deutsch-polnischen Grenzregion”, unterstrich er. „Wenn wir uns modern mit der Geschichte Pommerns beschäftigen, schaffen wir den Weg in eine gemeinsame Zukunft. Deshalb sollte uns der Name des Preises, Pomerania Nostra, Programm sein für eine gemeinsame Arbeit für die Zukunft. Ich sehe keine andere Möglichkeit.”

Der nächste Pomerania-Nostra Preis wird im Jahre 2021 in Greifswald verliehen.

Paweł MALICKI

Aus dem Polnischen von Mathias ENGER

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