poniedziałek, 14 października 2019.
Strona główna > Über die Grenzen > Europäische Kulturhauptstadt in der Grenzregion

Europäische Kulturhauptstadt in der Grenzregion

Europäische Kulturhauptstadt in der Grenzregion
Data publikacji: 2019-10-03 12:55
Wywietleń: 87 419006

2029 soll wieder eine polnische Stadt den Titel Europäische Kulturhauptstadt tragen. Darum bewirbt sich die Stadt Słubice und tritt zum Wettbewerb gleich gemeinsam mit Frankfurt (Oder) als grenzüberschreitende Doppelstadt an.

Diese Nachricht verwundert viele. Jedoch hätte es wohl kaum einen besseren Zeitpunkt für die Veröffentlichung geben können. Die Bürgermeister von Słubice und Frankfurt/O nutzten den Besuch des deutschen Außenministers Heiko Maas und des brandenburgischen Regierungschefs Dietmar Woidke, der zugleich Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit ist. Beide Politiker sicherten ihre Unterstüzung der Initiative zu.

Frankfurt und Słubice arbeiten seit Jahren eng zusammen. So versorgt ein gemeinsames Fernwärmenetz beide Städte, eine gemeinsame Buslinie verkehrt, Kinder und Jugendliche lernen in Kindergärten und Schulen die Sprache des Nachbarn, gemeinsam werden Kulturveranstaltungen und Feste und alljährlich im Mai der Europatag organisiert. Aber seit einiger Zeit fehlt es den Städten an einer größeren Herausforderung, die die Zusammenarbeit weiter intensivieren könnte. Die gemeinsame Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2029 bietet eine Gelegenheit, langfristige Aufgaben, nicht nur im Kulturbereich, voranzutreiben.

Słubice hat nun vier Jahre Zeit ein detailliertes Konzept zu erarbeiten und die offizielle Bewerbung einzureichen. Aber die Initiatoren sind sich sicher, die Doppelstadt wird von der Initiative und der Kampagne auf jeden Fall profitieren, selbst wenn der Titel Europäische Kulturhauptstadt nicht erreicht werden sollte.

„Wir wissen”, sagt Sören Bollmann, Chef des Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrums, „um die riesige Konkurrenz und wir wissen auch, dass wir sicher nicht als Favoriten im Wettbewerb gelten. Aber in den vergangenen Jahren trugen bereits neun Mal Städte ähnlicher Größe, oder sogar kleinere den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Das zeigt, nicht nur große Metropolen haben hier Chancen. Wir denken, die Idee passt wie maßgeschneidert zum Leben unserer Doppelstadt.”

In Frankfurt und Słubice leben zusammen etwa achtzigtausend Einwohner. In der Vergangenheit bewarben sich bereits mehrfach Grenzstädte um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt. So erreichten Görlitz und Zgorzelec zusammen 2010 sogar die Endausscheidung und unterlagen nur dem Ruhrgebiet. Für 2025 bewerben sich die italienische Stadt Gorizia und das slowenische Nova Gorica gemeinsam um den Titel.

Tomasz Stefański, Leiter des Städtischen Kulturzentrums in Słubice ist ein großer Unterstützer der gemeinsamen Idee: „Ich glaube an unsere Chance, wenngleich es schwer sein wird, gegen so prominente Städte wie Krakau oder Breslau anzutreten” sagt er. „Aber wir wollen unsere Chancen vergrößern, indem wir einer weiteren Doppelstadt Tornio und Haparanda an der schwedisch-finnischen Grenze, vorschlagen, sich ebenfalls zu bewerben. Zumal sich für den Titel 2029 schwedische und polnische Städte bewerben. Ich denke, die Bewerbung zweier Doppelstädte wird die Aufmerksamkeit der Jury wecken.”

Michael Kurzwelly, der wohl bekannteste Künstler der Grenzregion, findet die Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt gut. Schon 2009 hatte einer seiner Studenten an der Viadrina sich mit der eventuellen Bewerbung der Stadt Słubfurt als Europäische Kulturhauptstadt 2016 beschäftigt. Die Stadt Słubfurt ist Kurwellys eigene künstlerische Kreation, die Słubice und Frankfurt/Oder zu einer Stadt erklärte. „Damals, 2009, war dies wohl eher eine künstlerische Provokation, denn damals hatten beide Städte eine solche Phase der Zusammenarbeit noch nicht erreicht, das ist heute anders”, sagt Kurzwelly. „Ich denke, weitere Städte der Region, wie Rzepin, Gorzów, Zielona Góra, Cottbus, Eisenhüttenstadt, oder die Region Oderbruch, sollten sich anschließen. So entstünde die Bewerbung einer ganzen Region, die zusammen mehr zu bieten hat.”

Die Zeit wird zeigen, wie sich die Bemühungen der Städte Słubice und Frankfurt/Oder um den Titel einer Europäischen Kulturhauptstadt 2029 entwickeln werden. Zur Zeit können die Bürger Słubices bereits städtisch subventionierte Karten für die Frankfurter Philharmonie und Kulturevents im Kleist Forum nutzen. Und auch die Frankfurter besuchen gern die Konzerte im Słubicer Städtischen Kulturzentrum.

Die Initiatoren der gemeinsamen Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2029 rechnen jedenfalls damit, dass bereits die Teilnahme am Wettbewerb beiden Städten eine größere Aufmerksamkeit der Medien bringt. So kann auch ihre Bekanntheit in Europa wachsen, was wiederum mehr Touristen in die deutsch-polnische Grenzregion ziehen würde.

* * *

Um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 bewerben sich deutsche und slowenische Städte, darunter das sächsische Zittau im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechien. Zittau will gemeinsam mit der Region Oberlausitz und benachbarten polnischen und tschechischen Städten antreten. Ein Projekt, das in einem unlängst abgehaltenen Referendum von 75% der Bevölkerung unterstützt wurde.

Monika STEFANEK

Freie Journalistin, Berlin

Aus dem Polnischen von Mathias ENGER

Europäische Kulturhauptstadt in der Grenzregion

Komentarze

Dodaj komentarz

Akceptuję regulamin. Link do regulaminu
Pogoda
13
na godz. 00:00
Zobacz prognozę na trzy dni

Przez granice

Dodatek specjalny do „Kuriera Szczecińskiego”
wienbe logo Oderpartnerschaft logo
CZYTAJ WIĘCEJ

Über die Grenzen

Sonderbeilage der Zeitung „Kurier Szczeciński”
wienbe logo Oderpartnerschaft logo
LESEN SIE MEHR

Filmy

Chcą prawdziwej szkoły

Nekrologi

Sonda

Czy fotopułapki przy pojemnikach na śmieci to dobry sposób na wyegzekwowanie segregowania odpadów?

 

W Kurierze Szczecińskim
Pierwsza strona
Kup najnowsze lub archiwalne wydanie Kuriera Szczecińskiego w wersji elektronicznej.
Przejdź do eKuriera
Zamieść ogłoszenie w Kurierze Szczecińskim oraz w wersji elektronicznej.
Daj Ogłoszenie