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Dank an Prenzlau

Dank an Prenzlau
Data publikacji: 2018-09-27 12:33
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In Prenzlau herrschte Stille, bevor am Samstagabend im rohen steinernen Innenraum der Jakobuskirche die Musik erklang. In den Gesichtern der Menschen, die bis auf den letzten Platz die Kirche füllten, war zu sehen, wie die Musik sie ergriff. Als der letzte Ton verklungen war, folgte Stille und dann brach sich steigernder, lang anhaltender Applaus Bahn.

Das Brandenburgische Prenzlau, Zentrum des grenznahen Landkreises Uckermark, hat gut 20.000 Einwohner und ist für viele deutsch-polnische Initiativen bekannt. Es gibt das Preußische Kammerorchester, das häufig in Stettin auftritt. Seit fünf Jahren komplettiert es der aus Stettin stammende Violinist und Komponist Jakub Rabizo als Musiker und zweiter Konzertmeister. Rabizo war Konzertmeister der Stettiner Philharmonie, mit seiner Frau baute er bei Prenzlau ein Haus.

An jenem Samstag wurde in der Jakobuskirche die Orgel eingeweiht – für die Stadt ein Festtag, daher wurde aus dem Anlass bei Jakub Rabizo ein spezielles Stück bestellt. Rabizo nannte es „Tempus fugit – die Zeit rennt”. In der kurzen Einladung zur Uraufführung schrieb er, es sei „eine Komposition über Glaube, Hoffnung und Liebe (…), zum Lobe Gottes und zur Ehre des Apostels Jakobus dem Älteren”.

Im ersten Teil des Abends wurde die Orgel offiziell präsentiert. Sie befindet sich im Presbyterium der Kirche – da, wo traditionell der Altar ist. Der Prenzlauer Kantor sowie Organisten aus Stralsund und Utrecht spielten sehr unterschiedliche Stücke und zeigten damit die Vielseitigkeit des Instruments. Den zweiten Teil des Abend füllte Jakub Rabizo.

Den Platz vor den Orgelpfeifen nahm das Preußische Kammerorchester und der Chor der Westpommerschen Technischen Universität aus Stettin ein, geleitet von Szymon Wyrzykowski. Am Orgelspieltisch zwischen den Chorstimmen saß Bogdan Narloch, der in Nordpolens Musikkreisen bekannt ist. Dirigiert hat Jakub Rabizo.

„Tempus fugit” begann mit einem Intro und einem einfachen Motiv, das in verschiedenen Variationen das gesamte siebenteilige Werk durchläuft und durch ein genau arrangiertes Drama führt. Seine Handlung ist aufgebaut durch die Musik, durch innovative Instrumentierung, überraschende Figurationen und Gleichklänge, zum Beispiel von Violinensolo und Orgel, Orgel und Chor, Chor und Violoncello. Der eindrucksvollen Toccata-Orgel folgt das ergreifende Lied der Geige im „Kyrie”, gespielt von Aiko Ogata, ähnlich die Kantilenen und virtuosen Partien im Teil „Boanerges”, die eine Erzählung über die wilde Jugend des Heiligen Jakobus bilden.

Anrührend sang der Chor, den der Komponist vor eine schwere Aufgabe gestellt hatte. Die Sänger*innen wurden ihr gerecht, weil Szymon Wyrzykowski sorgfältig die Stimmen, ihre Färbungen und Stimmungen auswählte. Zu hören war das unter anderem in dem asketischen, a capella gesungenen Teil „Deus Vult” oder auch in „Wach auf”, dem Worte aus dem Buch Jesaja zugrunde liegen und der auch ein wenig an Wagner und den Kultsong der Metal-Band „Oomph!” anknüpft. Dialoge zwischen musikalischer Tradition und Moderne gibt es im Werk von Jakub Rabizo einige.

Über „Tempus fugit” kann man noch viel erzählen. Rabizo schrieb ein harmonisch unkompliziertes Werk, das minimalistische Fragmente enthält und eine ungewöhnlich ergreifende musikalische Erzählung darstellt über die Wege von Jakobus – und damit auch über unsere heutigen Zwiespälte, Ängste, Emotionen, Dramen und Hoffnungen. Wie man in der Jakobuskirche saß, hatte man den Eindruck, dass er ein Werk speziell für ihr rohes Inneres geschaffen hatte.

In der Einladung zur Uraufführung schrieb Rabizo, „Tempus fugit” sei ein Dank sei an Prenzlau und seine Bewohner für den warmen Empfang und das Gute, das er von ihnen erfahren habe.

Die Prenzlauer danktem ihm mit Zuhören und langem Applaus.

Bogdan TWARDOCHLEB

Aus dem Polnichen von Nancy WALDMANN

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