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Deutsche Modedesigner lassen in Polen schneidern

Deutsche Modedesigner lassen in Polen schneidern
Data publikacji: 2017-11-29 14:56
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Nicht der relativ niedrige Preis ist der Grund, warum Modedesigner aus Deutschland ihre Kollektionen bei Textilherstellern in Polen fertigen lassen. Vielmehr schätzen sie Qualität, Termineinhaltung und die geografische Nähe. An der dritten Kontaktbörse in Berlin nehmen auch Unternehmen aus Westpommern teil.

Der Höhenflug der Textilbranche in Polen dauert an. Immer mehr Modedesigner aus Deutschland werden auf sie aufmerksam. Dies zeigte die Kontaktbörse, die Ende Oktober in Berlin stattgefunden hat. Schon zum dritten Mal organisierte sie das Internationale Design Zentrum im Rahmen des Projektes „Berlin Poland 2016-19”. Ziel es ist, den deutschen und polnischen Unternehmern bei der Suche eines Partners auf der jeweils anderen Seite der Grenze zu helfen. An der Börse haben 24 Textilhersteller aus Polen und etwa zwanzig Designer aus Deutschland teilgenommen. Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Berlin Senats finanziert.

Polen ist Deutschland ähnlich

Sowohl die Modedesigner als auch die Produzenten waren auf das diesjährige Treffen hervorragend vorbereitet. Die Designer präsentierten Materialproben und erste Projekte der Kleidungsstücke und die Firmenvertreter ihrerseits Beispiele schon realisierter Aufträge.

„Nach den zwei vorhergehenden Börsen, die in Berlin und Stettin stattgefunden haben, kennen wir die Bedürfnisse der deutschen Kunden schon besser. Deswegen haben wir dieses Mal wesentlich mehr Firmen eingeladen, die Lederwaren produzieren, z.B. Taschen und Schuhe, aber auch Hersteller, die sich auf Wollbekleidung spezialisiert haben”, sagt Dorota Stępniak, die Vertreterin des Projektes auf polnischer Seite.

Die Produzenten aus Polen genießen schon seit Jahren einen guten Ruf, nicht nur unter den deutschen Modedesigner. Viele von ihnen geben die Produktion bei polnischen Firmen in Auftrag, obwohl es Länder in Europa und der Welt gibt, wo das billiger wäre. Warum entscheiden sie sich für Polen?

Maria Corvera Vargas, eine aus Bolivien stammende Berliner Modedesignerin, arbeitet seit Jahren mit einer Firma aus Toruń zusammen und suchte während der Börse weitere Partner.

„Polen ist nah und polnische Firmen leisten gute Arbeit”, sagt sie. „Vorher haben wir in Spanien produziert, doch wir waren von der Qualität enttäuscht. Auch die Entfernung war zu groß. Deswegen sind wir nach Polen gewechselt. Wir mögen das Land. Es ist Deutschland sehr ähnlich”.

Marke „Made in Europe”

Immer mehr westliche Designer sehen von einer Vergabe von Aufträgen in asiatische Länder ab, trotz niedrigerer Kosten. Sie stellen fest, dass der Aufdruck „Made in Europe” auf dem Etikett bei den Kunden gerne gesehen ist.

„Die Produktion in der Europäischen Union ist mir sehr wichtig. Ich habe nach Produzenten in Bolivien gesucht, jedoch waren die Vertragsbedingungen zu wenig transparent. Ich hatte nicht die Sicherheit, dass mein Auftrag nicht an ein Subunternehmen abgegeben wird”, unterstreicht Maria Corvera Vargas und fügt hinzu:

„Ich schätze es sehr, dass unser polnischer Partner selbstständig produziert. Wir können ihn jederzeit besuchen, es gibt eine vollständige Transparenz der Produktion. Für mich ist es unvorstellbar, dass beim Nähen der Kleider die Arbeiter wie Sklaven arbeiten müssten”.

Bevor sich die Designer für Zusammenarbeit entscheiden, statten die den Betrieben in Polen meist einen Besuch ab. Sie lernen die Produktionsbedingungen wie auch die Verdienstmöglichkeiteten der Arbeiter kennen. Wichtig ist eine hohe Produktqualität sowie eine geringe Entfernung.

Stabilität der Partnerschaft

„Wir geben Produktionen ganz kleiner Kollektio-
nen in Auftrag, von 50 bis 200 Stück. Es macht also keinen Sinn, die Bestellungen etwa in China in Auftrag zu geben. In Polen ist die Qualität der Produktion sehr gut. In Deutschland sind die Kosten doch recht hoch, aber Polen ist in letzter Zeit auch teurer geworden”, gibt Dan Chernawski zu, der seit zwei Jahren mit Firmen aus Stettin zusammenarbeitet und in Berlin die Boutique „Chyarny” betreibt.

Schon zum zweiten Mal nimmt Dariusz Bączek von der Firma Nord aus Stargard an der Börse teil. Sein Urteil über die deutschen Auftraggeber:

„Sie sind konkret, anspruchsvoll, legen besonderen Wert auf Qualität und setzen interessante Muster und Designs um. In der längerfristigen Zusammenarbeit zeigen sie sich stets als sehr stabile Partner”.

Polnische Firmen haben die Chance, für die besten Designer zu nähen. Die Stettiner Firma „Roma”, die an der ersten Börse teilgenommen hat, nähte im Auftrag einer deutschen Designerin ein Kleid, in dem später die Schauspielerin Catherine Zeta-Jones auftrat.

Konkurrenz und Personal

Gibt es also überhaupt etwas, was der deutsch-polnischen Zusammenarbeit gefährlich werden könnte? Die polnischen Produzenten sagen, dass sich in Europa, in Rumänien, Bulgarien und der Ukraine, schnell neue Märkte entwickeln, die insbesondere aufgrund der niedrigen Gehälter hinsichtlich der Kosten eine Konkurrenz darstellen.

Dariusz Bączek weist auch auf ein anderes, dringenderes Problem hin.

„Immer empfindlicher bemerken wir das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte”, sagt er. „Noch haben wir Produktionstechnologen mit jahrelanger Erfahrung, doch die Möglichkeit der vorgezogenen Rente in Polen hat der Branche einen empfindlichen Stoß versetzt. Die Jungen zieht es nicht in diesen Beruf”.

Monika STEFANEK

Polnische Journalistin, lebt in Berlin, Schwerpunkte ihrer Arbeit: deutsch-polnische Grenzregion, deutsch-polnische Beziehungen.

Aus dem Polnischen von Alexander Kühl

 

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