czwartek, 18 stycznia 2018.
Strona główna > Über die Grenzen > Advent an der Grenze

Advent an der Grenze

Advent an der Grenze
Data publikacji: 2017-12-27 22:39
Wywietleń: 501 306948

Wie schön könnte es sein, wenn die Nachbarn von beiderseits der Oder sich zu einer gemeinsamen Adventsfeier treffen, dachte sich Marek Brzeziński von vier Jahren. Man könnte Weihnachtslieder hören, singen, sich bei Glühwein, Kaffee und Kuchen unterhalten. „Die erste Adventsfeier an der Oder organisierten wir mit Krzyś Gmiter und Karl Lau in Rosow. Seit drei Jahren treffen wir uns in Mescherin”, sagt Brzeziński.

An einem der letzten Advents-Sonntage in der kleinen protestantischen Kirche in Mescherin auf einem Hügel 100 Meter über der Oder, fanden die Gäste kaum noch Platz. Sie wurden willkommen geheißen, dann leiteten Marek Brzeziński und Marta Szuster, eine Polin, die in Staffelde lebt und von den Nachbarn in den Gemeinderat von Mescherin gewählt wurde, das Treffen.

Zuerst hörte man die schöne, starke Stimme von Klara Gmiter. Gmiter ist Schauspielerin und Sängerin mit französisch-deutsch-portugiesischen Wurzeln. Sie wohnt in Pniewo (Bremerheide) bei Gryfino (Greifenhagen), wohin sie der Stimme ihres Herzen folgte. Als sie das Weihnachtslied „O Tannenbaum” sang, hörten ihr alle Kirchenbesucher zu. Die Deutschen sangen leise mit, die Polen summten die Melodie, an die sie sich aus dem schulischen Deutschunterricht erinnerten.

Dann sang Klara Gmiter Lieder aus dem Repertoire von Edith Piaf. Die Gäste dankten ihr mit stürmischem Applaus.

Danach folgten die Anwesenden filmischen Erinnerungen von Leopold Granis aus Gryfino und Axel Bieseke aus Staffelde. Leopold Granis wurde während des Krieges nach Sibirien deportiert und kam nach dem Krieg an die Oder. Axel Biesekes Familie stammt aus dem Ural und siedelte sich vor fast 100 Jahren in Staffelde an.

Die heutige Art Weihnachten zu feiern beschreibt Axel Bieseke so: „Für unsere Familie ist es wichtig am Heiligabend zusammen zu sein und Gespräche zu führen. Deswegen geht die ganze Familie jedes Jahr am ersten Weihnachtstag spazieren. Wir gehen über die Grenze nach Pargowo (Pargow), dann entlang der Oder und schließlich kehren wir nach Staffelde zurück. Den Spaziergang nennen wir ‚Kalorien-Verbrenner’ nach der Feiertagsente”.

Nach Ende des Films führten Menschen vom Dom Pomocy Społecznej in Nowe Czarnowo (Neu Zarnow) ein Konzert auf. Sie werden vom Verein Pokolenia Pokoleniom, deren Vorsitzender eben Marek Brzeziński ist, unterstützt. Der Verein hilft auch älteren Menschen in Kooperation mit der Seniorenuniversität in Gryfino.

Krönung des Abends in der Kirche war das gemeinsame Singen der schönsten Weihnachtslieder. Dieses Jahr klang „Cicha Noc” lauter als „Stille Nacht”, anders als in den Jahren zuvor. Denn an dieser gemeinsamen Adventsfeier in Mescherin, nahmen zum ersten Mal erheblich mehr Polen als Deutsche teil.

Der Abend endete mit dem Oblatenbrechen.

Eine Weile später traf man sich im örtlichen Begegnungszentrum, wo Glühwein und Kuchen gereicht wurden. Urszula Łacny-Kwietniewska, Leiterin der Seniorenakademie in Gryfino, zeigte ihr altes Haus in Miniaturform: Kinderzimmer, Küche, den Salon mit dem zu Heiligabend gedeckten Tisch. Mit dem Aufbau des Hauses und des Innenraums im Verhältnis von 1 zu 10 begann sie, als sie schon ziemlich viel freie Zeit hatte. Sie baute Häuser auf, die es in Gryfino schon nicht mehr gibt: eine Schuhmacher-Werkstatt, eine Uhrmacher-Werkstatt, auch einen Salon Madame Pompadour. Sie will noch die Pariser Oper aufbauen. Ihren Blog, auf dem sie ihre Arbeiten präsentiert, haben schon 140.000 Nutzer aus der ganzen Welt besucht.

Die Adventsfeiern an der Oder unter der einst von Karl Lau erdachten Losung „Nachbarn sollten sich gut kennenlernen” sollen auch in den kommenden Jahren stattfinden. Marek Brzeziński möchte gern, dass die Feier einmal in einer polnischen Kirche am östlichen Ufer des Flusses stattfindet, der die Nachbarn verbindet.

In Mescherin sagte er: „Wir leben in einer Zeit der Ablenkungen. Wir müssen uns wenigstens für eine Weile vor dem Stimmengewirr der Welt in eine kleine Kirche an der Oder zurückziehen. Wir möchten uns sammeln, uns auf uns selbst und den Nächsten konzentrieren. Vor allem, um uns und unseren Platz auf der Erde zu erkennen”.

Unter den Gästen der Adventsfeier an der Oder waren u.a. Martin Gorholt, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und Gryfinos Bürgermeister Mieczysław Sawaryn.

Die Zusammenkunft wurde wie in jedem Jahr von Marta Szuster, Marek Brzeziński, dem Verein Pokolenia Pokoleniom, der Seniorenakademie Gryfino sowie Katarzyna Jackowska und Niels Gatzke vom Verein RAA Perspektywa in Löcknitz vorbereitet.

Elżbieta BRUSKA

Photo. E.BRUSKA

Journalistin des Kurier Szczeciński, Übersetzerin. Sie hat die Romane von Elizabeth von Arnim ins Polnische übersetzt

Aus dem Polnischen von Ruth Henning

Advent an der Grenze

Komentarze

Dodaj komentarz

Akceptuję regulamin. Link do regulaminu
Pogoda
0
na godz. 03:00
Zobacz prognozę na trzy dni

Przez granice

Dodatek specjalny do „Kuriera Szczecińskiego”
Przez granice
CZYTAJ WIĘCEJ

Über die Grenzen

Sonderbeilage der Zeitung „Kurier Szczeciński”
Uber die grenzen
LESEN SIE MEHR

Filmy

Bicie rekordu w spinningu rowerowym
Światełko do nieba 2018
Wielkie granie na Łasztowni
Poprzedni Następny
W Kurierze Szczecińskim
Kup najnowsze lub archiwalne wydanie Kuriera Szczecińskiego w wersji elektronicznej.
Przejdź do sklepu
Zamieść ogłoszenie w Kurierze Szczecińskim oraz w wersji elektronicznej.
Daj Ogłoszenie
Cyfrowy